Panorama
Argentinische Richter ordnet Rückgabe eines von Nazis geraubten Gemäldes an
Ein argentinischer Richter hat die Rückgabe eines von Nazis gestohlenen Gemäldes an die Erbin eines jüdischen Kunstsammlers angeordnet. Das Werk wurde in Mar del Plata entdeckt.

Ein argentinisches Bundesgericht hat die Rückgabe eines Gemäldes aus dem 18. Jahrhundert aus der Goudstikker-Sammlung an die Erbin des niederländischen jüdischen Galeristen Jacques Goudstikker angeordnet. Das Gemälde mit dem Titel 'Damenporträt' wurde von den Nazis während des Zweiten Weltkriegs gestohlen. Dieses Urteil bestätigt eine Einigung, die von allen beteiligten Parteien erzielt wurde.
Das Gemälde wurde letztes Jahr bekannt, als der Journalist Wilco Wessels von der AD es in einer Verkaufsanzeige auf einer argentinischen Immobilien-Website entdeckte. Die Anzeige zeigte ein Haus in Mar del Plata, das im Besitz der Tochter und des Schwiegersohns von Friedrich Kadgien war, einem ehemaligen Nazi-Dignitaris.
Laut mehreren Quellen war 'Damenporträt' zuvor im Besitz von Goudstikker, dessen umfangreiche Kunstsammlung von den Nazis geplündert wurde. Die Rückgabe des Werkes ist ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung von Kunstwerken, die während dieser Zeit verloren gingen.

Das Urteil des Gerichts hat die Erwartungen der Erbin bestärkt, dass weitere Kunstwerke, die während des Krieges geraubt wurden, letztendlich zurückgegeben werden können. Diese Entwicklung kommt zu einer Zeit, in der weltweit die Aufmerksamkeit auf die Rückgabe von Kunstwerken an rechtmäßige Eigentümer gerichtet ist.
Die rückgebenden Behörden in Argentinien haben erklärt, dass die gerichtlichen Verfahren in Bezug auf das Gemälde nun abgeschlossen sind und dass weitere Schritte zur physischen Übergabe des Werkes an die Erbin bald erfolgen können.
Diese Angelegenheit hat auch in einem breiteren Kontext der Rückgabe von von Nazis geraubter Kunst Aufmerksamkeit erregt, wobei viele Länder und Institutionen mit ihren Verantwortlichkeiten gegenüber den Erben von Holocaust-Opfern ringen.