Redaktionelle Leitlinien
Diese Seite beschreibt, was wir gerne lesen und wie ein eingereichter Beitrag bei uns behandelt wird. Sie ist kein Vertrag — der steht in der {agreement} — sondern der Versuch, Ihnen vorher zu sagen, worauf eine Redakteurin oder ein Redakteur achtet.
Wer schreiben kann
Jede und jeder. Es kostet nichts, es braucht keine Einladung, kein Abonnement und keinen journalistischen Lebenslauf. Was es braucht, ist eine Bestätigung Ihrer Telefonnummer über Telegram und Ihre Zustimmung zur Autorenvereinbarung.
Diese Bestätigung ist kein Identitätsnachweis, und wir nennen sie auch nicht so. Sie zeigt, dass jemand in diesem Moment über eine Nummer verfügt — mehr nicht. Öffentlich erscheinen Sie unter dem Namen, den Sie selbst wählen: bürgerlicher Name, abgekürzter Nachname oder Pseudonym.
Was wir gerne lesen
- Eigene Recherche — etwas, das nicht schon woanders steht.
- Meinung und Kommentar, wenn sie ein Argument tragen und nicht nur eine Haltung.
- Analyse, die einen Zusammenhang erklärt, den eine Meldung nur streift.
- Essay und persönliche Perspektive, wo die Person zum Gegenstand gehört.
- Lokales — der Beschluss, die Baustelle, die Schließung, über die niemand sonst schreibt.
- Augenzeugenberichte von etwas, bei dem Sie tatsächlich dabei waren.
- Fachkommentar aus einem Feld, in dem Sie arbeiten.
- Kultur, Technik und Gesellschaft in derselben Breite wie unsere übrigen Rubriken.
Was einen Beitrag stark macht
- Belege. Wer eine Zahl nennt, nennt auch, woher sie stammt.
- Primärquellen. Das Protokoll selbst ist besser als der Bericht über das Protokoll.
- Zusammenhang. Warum jetzt, warum hier, was ging voraus.
- Genauigkeit. Ein konkreter Fall trägt weiter als eine allgemeine Klage.
- Fairness im Widerspruch. Die Gegenseite so darstellen, dass sie sich darin wiedererkennt.
- Offenheit. Wenn Sie an der Sache beteiligt sind, schreiben Sie es hinein.
Meinung ist willkommen — auch unbequeme
Wir verlangen von niemandem, unsere politischen, kulturellen oder religiösen Ansichten zu teilen. Kritik an Regierungen, Parteien, Unternehmen, Behörden, Religionen und öffentlichen Personen ist zulässiger Journalismus, und ein Beitrag wird bei uns nicht deshalb abgelehnt, weil seine Position unpopulär ist.
Die Prüfung fragt nach Risiko, nicht nach Richtung: derselbe Text mit der gegenteiligen Haltung muss dieselbe Bewertung bekommen. Was dagegen niemand von uns verlangen kann, ist die Verbreitung rechtswidriger Inhalte — Drohungen, gezielte Herabwürdigung, Hetze, Doxxing, Betrug, Plagiat.
Was wir nicht veröffentlichen
- Reine Suchmaschinentexte — geschrieben für ein Ranking, nicht für einen Menschen.
- Abgeschriebene Pressemitteilungen. Eine Mitteilung ist ein Anlass, kein Beitrag.
- Plagiate und Texte, an deren Veröffentlichung Sie nicht die Rechte haben.
- Verdeckte Werbung und bezahlte Verlinkung jeder Form.
- Skandalisierung — die Behauptung, die der eigene Text nicht trägt.
- Persönliche Angriffe auf identifizierbare Personen.
- Falsche Tatsachenbehauptungen, insbesondere Vorwürfe strafbaren Verhaltens ohne Beleg.
- Private Daten Dritter, die nicht rechtmäßig öffentlich sind.
Umfang, Sprache und Form
Zwischen {minWords} und {maxWords} Wörtern. Die Untergrenze ist bewusst kein Kurztext: ein Gastbeitrag steht für sich, und was in dreihundert Wörtern gesagt ist, ist meist eine Meldung und kein Beitrag.
Sie können in jeder Sprache einreichen, in der Tagblick erscheint. Schicken Sie den Text direkt im Chat oder als Datei — .txt, .md oder .docx. Andere Formate nehmen wir nicht an, und die Dateiendung entscheidet bei uns nichts; geprüft wird der tatsächliche Inhalt.
Quellen und Zitate
Der Assistent fragt Sie nach den Quellen, auf die sich der Beitrag stützt. Sie sind nicht verpflichtet, welche anzugeben — ein Essay hat oft keine — aber wo es sie gibt, gehören sie dazu. Sie erscheinen nicht automatisch unter dem Text; sie sind zuerst für die Redaktion.
Zitieren Sie kenntlich und in dem Umfang, den die Aussage braucht. Ein Beitrag, der zu großen Teilen aus fremdem Wortlaut besteht, geht in die verschärfte Prüfung — nicht weil Zitate verboten wären, sondern weil ab einem gewissen Anteil nicht mehr Ihr Text veröffentlicht würde.
Bilder
Bis zu {maxImages} Bilder je Beitrag, als JPEG, PNG oder WebP. Zu jedem Bild fragen wir, woher es stammt und welche Rechte Sie daran haben. Ein Bild mit unklarer Rechtelage wird nicht veröffentlicht, sondern einer Redakteurin oder einem Redakteur vorgelegt.
Metadaten entfernen wir. Ein Handyfoto trägt in aller Regel den Aufnahmeort in sich, und für jemanden, der etwas beobachtet hat, kann das die gefährlichste Tatsache über ihn sein. Wir entfernen das, bevor die Datei irgendwo landet — auch dann, wenn Sie nicht daran gedacht haben.
Künstliche Intelligenz
Wir fragen, ob und wie Sie KI-Werkzeuge benutzt haben. Eine ehrliche Antwort führt zu keiner Ablehnung. Sie ändert nur, worauf die Redaktion beim Lesen achtet — bei einem Text, der ganz aus einem Modell stammt, vor allem auf Belege und erfundene Quellen.
Was zur Ablehnung führt, ist die falsche Antwort. Und Tagblick lässt eigene Kurzmeldungen selbst maschinell schreiben und weist das unter jeder aus; es wäre eine seltsame Redaktion, die das von sich verlangt und von Ihnen verschweigt.
Was nach dem Absenden passiert
Zuerst laufen automatische Prüfungen: Länge, Sprache, Struktur, Links, Bilder, und ein Abgleich gegen alles, was auf Tagblick bereits erschienen ist. Danach bewertet ein Sprachmodell den Text auf redaktionelle Qualität und auf Risiken.
Diese Bewertung veröffentlicht nichts. Sie bereitet eine Entscheidung vor, die ein Mensch trifft — bei jedem einzelnen Beitrag, ohne Ausnahme. Ein Modell ist erkennbar schlechter darin, üble Nachrede, verstecktes Plagiat und manipulierte Bilder zu erkennen, als eine Person, die den Text liest.
Entscheidungen, Änderungswünsche und Widerspruch
Sie hören von uns über denselben Chat, in dem Sie eingereicht haben — angenommen, abgelehnt oder mit Änderungswünschen zurück. Ein Änderungswunsch ist keine Ablehnung: er benennt, was fehlt, und Sie können eine überarbeitete Fassung schicken. Jede Fassung bleibt erhalten, überschrieben wird nichts.
Eine Ablehnung nennt immer einen Grund. Halten Sie sie für falsch, können Sie einmal eine zweite Durchsicht erbitten. Wir versprechen dabei keine Veröffentlichung — nur, dass ein zweites Paar Augen daraufschaut.
Was wir an Ihrem Text ändern — und was nicht
Rechtschreibung, Zeichensetzung, Zwischenüberschriften und Formatierung machen wir ohne Rückfrage. Eine Überschrift kann sich ändern; eine Überschrift ist ein redaktionelles Handwerk.
Was Ihre Aussage verändert, geht zurück an Sie. Wir schreiben ein Argument nicht still in ein anderes um, streichen keinen Vorwurf heraus, ohne es zu sagen, und drehen keine Schlussfolgerung. Erscheint Ihr Beitrag in weiteren Ausgaben, ist die Übersetzung als solche gekennzeichnet — sie wird Ihnen nicht als eigene Arbeit zugeschrieben.
Korrekturen
Fehler passieren, auch nach der Veröffentlichung. Wir überschreiben einen Beitrag dann nicht stillschweigend: eine inhaltliche Korrektur bekommt einen sichtbaren Hinweis mit Datum unter dem Text, und die vorherige Fassung bleibt intern erhalten.
Wenn Ihnen an einem veröffentlichten Beitrag etwas auffällt — auch an einem fremden — nutzen Sie den Meldeweg auf der Artikelseite oder schreiben Sie an [email protected].