Panorama
China droht EU wegen JD.com und Ceconomy-Übernahme
Im Streit um die geplante Übernahme von Ceconomy durch JD.com droht China der EU mit Gegenmaßnahmen.

Die Europäische Union (EU) prüft derzeit, ob JD.com bei der angestrebten Übernahme der Ceconomy-Gruppe, die die MediaMarkt-Saturn-Muttergesellschaft umfasst, unfaire Vorteile durch staatliche Subventionen erhalten hat. Diese Überprüfung steht im Mittelpunkt eines Konflikts zwischen der EU und China.
Laut Berichten hat das chinesische Justizministerium gedroht, entschlossen zu reagieren, sollte die EU an ihrer Untersuchung festhalten. China sieht die EU-Aktivitäten als einen Versuch, übertriebene extraterritoriale Jurisdiktion auszuüben, und hat dies als unangemessen bezeichnet.
Die chinesische Regierung fordert eine faire Behandlung im Rahmen der Untersuchungen und betont, dass die Vorwürfe über öffentlich finanzierte Subventionen gegen JD.com nicht gerechtfertigt seien. Die EU hingegen sieht die Notwendigkeit, potenzielle Wettbewerbsverzerrungen zu bewerten und die Auswirkungen auf den europäischen Markt zu überprüfen.

Dies ist nicht die erste Auseinandersetzung zwischen der EU und China in Bezug auf Handelspraktiken. In der Vergangenheit gab es bereits ähnliche Spannungen, als die EU Bedenken hinsichtlich der Fairness und Transparenz von Wettbewerbsbedingungen in China äußerte.
Die EU hat die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Bewertung ausländischer Übernahmen verschärft, insbesondere in sensiblen Sektoren. Diese Entwicklungen führen zu einem steigenden Aufwand für die Genehmigung solcher Transaktionen, was auch aus den Reaktionen chinesischer Unternehmen und der Regierung hervorgeht.
Die Situation bleibt angespannt, da sich die beiden Akteure in einem komplexen internationalen Handelsumfeld bewegen, in dem wirtschaftliche Interessen und geopolitische Spannungen häufig aufeinanderprallen. Eine Einigung oder Klarstellung der jeweiligen Positionen steht noch aus.