Politik
Spanien und Italien verstärken Grenzkontrollen im Streit um Ceuta
Nach dem Migrantenansturm auf die spanische Exklave Ceuta haben Spanien und Italien gegenseitige Grenzkontrollen eingeführt.

Spanien hat auf die von Italien eingeführten Grenzkontrollen mit eigenen Maßnahmen reagiert. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums sollen die neuen Kontrollen ab Mitternacht in der Nacht zum Samstag für Flüge und Schiffe aus Italien gelten. Diese Maßnahme wird als Vergeltung für die italienischen Kontrollen angesehen, die am 1. August nach dem Ansturm von mehr als 78.000 Migranten aus Marokko in Ceuta in Kraft traten.
Italien hatte als Antwort auf die Migration in die spanische Enklave Ceuta Maßnahmen im Rahmen des Schengen-Abkommens ergriffen und die Kontrollen für Reisende aus Spanien eingeführt. Spanien fordert nun, dass Italien diese Kontrollen bis Sonntag aufhebt, andernfalls werde Madrid
verhältnismäßige
Gegenmaßnahmen ergreifen. So lautet das Ultimatum, das am Freitag an Italien übermittelt wurde.

Laut Berichten erwartet Spanien, dass Italien die Maßnahmen bis zum 9. August einstellt. Andernfalls will Madrid die eigenen Grenzkontrollen aufrechterhalten. Diese Entwicklung hat zu einer zunehmenden diplomatischen Krise zwischen den beiden Ländern geführt, da beide Seiten an ihren Positionen festhalten.
Die Situation in Ceuta bleibt angespannt, da nach wie vor zwischen 3.000 und 5.000 Migranten in der Enklave verharren. Spanien hat in den vergangenen Tagen zahlreiche Migranten aus Marokko zurückgeschickt, jedoch sind viele geflüchtete Minderjährige unter den verbleibenden Migranten, was zu zusätzlichen Herausforderungen führt.
Der Streit zwischen Spanien und Italien verweist auf größere Probleme in der europäischen Migrationspolitik und zeigt, wie schnell Spannungen zwischen EU-Mitgliedstaaten entstehen können. Die neuen Grenzkontrollen sollen bis zum 7. September in Kraft bleiben und werden als reflexive Reaktion auf die Entwicklungen in Ceuta gesehen, die beide Länder stark belasten.