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Trump und Macron streiten über französische Unruhen im US-Wahlkampf
US-Präsident Donald Trump erntet Kritik von Emmanuel Macron, weil er die Gewalt in Frankreich für seinen Wahlkampf vor den amerikanischen Zwischenwahlen nutzt.

Bei einer Wahlkampfkundgebung in Kansas am Montag warnte Trump davor, dass die USA mit ähnlichen Unruhen rechnen müssten wie in Frankreich, sollten seine politischen Gegner die kommenden Wahlen gewinnen. Trump beschwor Bilder von brennenden Gebäuden und Ausschreitungen herauf, um gegen seine Rivalen zu argumentieren und stützte sich dabei auf die Straßengewalt, die in Frankreich ausgebrochen war.
Trumps republikanische Verbündete führten die französischen Unruhen laut mehreren Quellen auf Immigration zurück. Der US-Präsident suggerierte, dass demokratische Gegner das gleiche Chaos in Amerika herbeiführen wollten, und nutzte die französischen Unruhen als warnendes Beispiel in seiner Wahlkampfrhetorik für die Zwischenwahlen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron reagierte während eines Besuchs in Katar mit Kritik und warf Trump und anderen ausländischen Führungspersonen vor, mit "dummen Kommentaren" über Frankreichs Unruhen für politische Zwecke Kapital zu schlagen. Macron sprach von einer "Manipulierung von Informationen" nach den Ausschreitungen und bezeichnete solche Äußerungen als "inakzeptabel". Obwohl Macron Trump zunächst nicht namentlich nannte, bestätigte er auf Nachfrage, dass sich seine Bemerkungen auch auf den US-Präsidenten bezogen.

Die Demokraten lehnten die republikanische Deutung der französischen Ereignisse ab. Sie argumentierten, dass die Unruhen auf Immigration zurückzuführen sei, eine Fehlcharakterisierung der tatsächlichen Ursachen und Umstände in Frankreich.
Macron kündigte zudem an, dass Frankreich in den kommenden Tagen "illegitime" Demonstrationen verbieten würde, während die Behörden versuchten, die Gewalt einzudämmen. Nicht genehmigte Proteste sollten untersagt werden, während Gewerkschaften und anerkannte Gruppen auf alternative Protestorte verwiesen werden würden. Die Beschränkungen sollten in Teilen großer Städte einschließlich Paris, Lyon, Lille und Grenoble gelten.
Laut einem Bericht waren Trumps Zustimmungswerte einer Reuters-/Ipsos-Umfrage zufolge auf 31 Prozent gefallen, während die Finanzmärkte unter Druck standen und die Rendite französischer zehnjähriger Staatsanleihen ein 24-Jahres-Hoch erreichte. Die Unruhen hatten ihre Wurzeln in Studentenprotesten, die sich zu Demonstrationen gegen steigende Lebenshaltungskosten ausgeweitet hatten.