Panorama
Wie Nachrichtenaggregation funktioniert — und warum die Quelle zählt
Aggregatoren bündeln Schlagzeilen aus vielen Quellen an einem Ort. Wie das technisch funktioniert, welche Regeln dabei gelten und woran Sie seriöse Angebote erkennen.
Wer sich morgens einen Überblick verschaffen will, öffnet selten zwanzig Zeitungsseiten nacheinander. Nachrichtenaggregatoren übernehmen diese Arbeit: Sie sammeln Schlagzeilen aus vielen Quellen und ordnen sie nach Themen. Doch was passiert dabei technisch — und wo verlaufen die Grenzen?
Die Grundlage bilden sogenannte Feeds. Fast jede Nachrichtenseite bietet maschinenlesbare Verzeichnisse ihrer neuesten Artikel an, meist in den Formaten RSS oder Atom. Ein Aggregator ruft diese Feeds in regelmäßigen Abständen ab, liest Überschrift, Kurzbeschreibung, Erscheinungszeit und den Link zum Original aus und sortiert die Meldung in seine Rubriken ein.
Berichten mehrere Redaktionen über dasselbe Ereignis, entstehen Dubletten. Gute Aggregatoren erkennen solche Fälle über Ähnlichkeitsvergleiche von Überschriften und Web-Adressen und fassen sie zu Themenbündeln zusammen. Wichtig dabei: Keine Meldung verschwindet — die Vielfalt der Quellen bleibt sichtbar, nur die Darstellung wird aufgeräumter.
Rechtlich gilt in Deutschland und Europa das Presseleistungsschutzrecht. Es erlaubt Aggregatoren nur „einzelne Wörter oder sehr kurze Auszüge" eines Presseartikels. Seriöse Angebote zeigen deshalb knappe Anrisse, nennen die Quelle deutlich und verlinken direkt auf den Originalbeitrag — denn gelesen werden soll der Artikel dort, wo er entstanden ist.
Genau daran lässt sich Qualität erkennen: Ein verlässlicher Aggregator macht die Herkunft jeder Meldung transparent, vermischt fremde Berichterstattung nicht mit eigenen Texten und führt Leserinnen und Leser mit einem Klick zum Ursprung. Wer dagegen fremde Artikel vollständig kopiert oder die Quelle versteckt, arbeitet weder im Interesse des Publikums noch der Verlage.