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Samstag, 3. Oktober 2026

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Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid löst landesweite Proteste aus

Die Zwangsräumung der 87-jährigen Maricarmen Abascal in Madrid hat massive Proteste gegen die Wohnungskrise in Spanien ausgelöst.

Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid löst landesweite Proteste aus
Bild: Spyridon · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

In Madrid wurde die 87-jährige Maricarmen Abascal am Mittwoch aus ihrer Wohnung verwiesen, in der sie mehr als 70 Jahre gelebt hatte. Der Vorfall ereignete sich trotz massiver Proteste von mehreren hundert Menschen, die sich vor dem Gebäude versammelt hatten und gegen die Zwangsräumung demonstrierten. Berichten zufolge wies die Polizei die Demonstranten mit Tränengas und Waffengewalt an, sich zurückzuziehen.

Maricarmen Abascal wurde während der Zwangsräumung auf einer Trage aus dem Gebäude gebracht und anschließend mit einem Krankenwagen abgefahren. Die Wohnsituation wurde als weiterer hitziger Punkt in der andauernden Wohnungskrise in Spanien bezeichnet. Ein Grund für die Zwangsräumung war eine erhebliche Mieterhöhung, die laut Berichten um 275 Prozent betragen hatte.

Angaben entsprechend haben sich die Proteste schnell auf andere Städte in Spanien ausgeweitet, wo zehntausende Menschen für das Recht auf Wohnen und gegen Zwangsräumungen demonstrierten. Das Motto "Ni una Maricarmen más" (Keine weitere Maricarmen) wurde zum Symbol für den Widerstand gegen die steigenden Mietpreise und die unzureichenden Schutzmaßnahmen für Mieter.

Archivbild: Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid löst landesweite Proteste aus
ArchivbildBild: NowakW · Wikimedia Commons · CC BY 3.0

Die spanischen Mietverbände verlangen von der Regierung rechtliche Veränderungen, um ähnliche Fälle in der Zukunft zu verhindern. Vor dem Hintergrund der Wut über die Wohnungsnot und die hohen Mieten wird erwartet, dass die Thematik auch im politischen Diskurs vor den bevorstehenden Wahlen an Bedeutung gewinnen wird.

Die Zwangsräumung von Maricarmen Abascal ist nicht der erste Vorfall, der öffentliche Aufmerksamkeit auf die Schwierigkeiten viele Mieter lenkt. Ähnliche Fälle haben in der Vergangenheit zu Protesten geführt, jedoch hat die aktuelle Zwangsräumung breite Solidarität und Empörung ausgelöst, die viele Menschen mobilisiert hat.

Das Innenministerium gab an, dass die Zahl der protestierenden Menschen bis zu 25.000 betrug, während die Organisatoren von etwa 300.000 Teilnehmern sprachen. Die Situation verdeutlicht die Spannungen, die mit der Wohungsmarktsituation in Spanien verbunden sind, und die Forderung nach einer engen Auseinandersetzung mit dieser Krise.