Politik
Israel wählt neue Knesset mit Rekord-Wahlbeteiligung nach dem 7. Oktober
Über sieben Millionen Israelis wählten am 27. Oktober das Parlament – die erste Abstimmung seit den Hamas-Angriffen des Vorjahres.

Die Wahllokale in Israel öffneten sich am 27. Oktober zu den Parlamentswahlen, den ersten seit dem 7. Oktober 2023. Über sieben Millionen Bürger waren aufgerufen, über die Zusammensetzung der 26. Knesset zu entscheiden. 36 Parteien traten an, doch weniger als die Hälfte hatte realistische Chancen, die Sperrklausel von 3,26 Prozent zu überwinden. Die Wahlbeteiligung erreichte Rekordwerte: Bis 20 Uhr hatten 74,3 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Die Wahllokale schlossen um 21 Uhr Ortszeit.
Der Abstimmung war ein enger Kampf zwischen Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und dem von Gadi Eisenkot angeführten Oppositionsbündnis vorangegangen. Nach Prognosen von Channel 12 bei Schließung der Wahllokale erhielt der von Eisenkot geführte Oppositionsblock 52 Mandate, während Netanyahus Block 50 Mandate erreichte. Auch bei den einzelnen Parteien lag Netanyahus Likud mit 24 Mandaten laut den gleichen Prognosen vorn, doch Eisenkot kam auf 22. Die arabischen Parteien erreichten 17 Mandate.

Der Antrag von Ministerpräsident Netanyahu, die Abstimmung zu verlängern, wurde abgelehnt. Die endgültigen Ergebnisse der Auszählung waren für den 4. November geplant – acht Tage nach der Wahl – während die Prognosen unmittelbar nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht wurden.
Die Wahl fand in einer Zeit statt, die von den Hamas-Angriffen des 7. Oktober 2023, der anschließenden israelischen Offensive in Gaza und tiefgreifenden politischen Spannungen im Land geprägt war. Die Abstimmung bot israelischen Bürgern die erste Gelegenheit zu einer allgemeinen Wahl seit diesen Angriffen.