Inland
Israel wählt ohne klare Mehrheit – Netanjahu vorn, aber Regierungsbildung offen
Bei der israelischen Parlamentswahl zeichnet sich kein klarer Sieger ab: Netanjahus Likud bleibt zwar stärkste Einzelpartei, doch weder sein Lager noch die Opposition erreichen die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen.

Nach der Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen liegt Netanjahus politischer Block vorn, erreicht aber nicht die notwendige Mehrheit im Parlament. Exit-Polls zeigen ein politisches Patt zwischen dem Regierungsbündnis und dem Block um Gadi Eisenkot, dem wichtigsten Herausforderer des Ministerpräsidenten. Nach verschiedenen Prognosen unterschiedlicher Medien liegen beide Lager mehr oder weniger gleichauf.
Netanjahus Likud-Partei ist Nachwahlbefragungen zufolge zwar weiterhin stärkste Einzelpartei, doch das reicht für eine Koalitionsbildung nicht aus. Eisenkots Block sieht sich in mehreren Exit Polls vorn. Allerdings kommt auch die Opposition nicht auf die erforderliche Mehrheit von insgesamt 120 Sitzen in der Knesset.
Überraschungssieger der Wahl sind die arabischen Parteien, die deutlich zulegen konnten. Allerdings zeigen sich die großen politischen Blöcke nicht bereit, mit ihnen eine Koalition einzugehen. Dies erschwert die Regierungsbildung erheblich.

Laut mehreren Quellen bleibt Netanjahu während der Koalitionsverhandlungen im Amt, auch ohne dass bereits eine neue Regierung gebildet worden ist. Diese Phase der Regierungsbildung dürfte sich nach Einschätzung verschiedener Nachrichtenagenturen hinziehen.
Die erste Parlamentswahl in Israel seit dem 7. Oktober 2023 entschied nicht eindeutig über die politische Zukunft des Landes. Sowohl Netanjahu als auch Eisenkot beanspruchen, einen Wählerauftrag erhalten zu haben. Welche Koalitionen möglich sind und wie lange die Regierungsbildung dauert, bleibt vorerst unklar.