Panorama
Nepal bittet nach verheerender Sturzflut um internationale Hilfe
Nach einer dramatischen Sturzflut in Nepal, die Hunderte Leben forderte, hat das Land um ausländische Unterstützung gebeten, um gezielt helfen zu können.

Nepal hat nach einer verheerenden Sturzflut an seiner Grenze zu China um gezielte ausländische Hilfe gebeten. Dies bestätigte Außenminister Shisir Khanal am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Anfrage umfasst nicht die allgemeinen Such- und Rettungsaktionen, die derzeit im Gange sind.
Die Sturzflut wurde durch einen Gletschersturz ausgelöst, der eine massive Flutwelle aus Gestein, Eis und Schlamm nach sich zog. Infolge dieser Naturkatastrophe sind bislang mindestens 616 Leichen in Nepal geborgen worden, berichtete die Polizei. In Verbindung mit den sieben Toten, die in der chinesischen Region Tibet gemeldet wurden, liegt die Gesamtzahl der Opfer bei 623.
Neben den Todesopfern bleibt die Zahl der Vermissten alarmierend hoch. Mehr als 2.000 Menschen werden derzeit noch vermisst. Die nationalen Behörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Lage unter Kontrolle zu bekommen und zusätzliche Hilfsmaßnahmen einzuleiten.

Laut Informationen des nepalesischen Innenministeriums konnten bereits einige Tausend Menschen aus den betroffenen Gebieten gerettet werden. Um die Bergungsaktionen weiter zu unterstützen, hat die Regierung internationale Hilfe angefordert.
Die nordnepalese Region, in der die Katastrophe stattfand, war bereits zuvor von extremen Wetterbedingungen betroffen, die die Gefahr von Gletscherschmelzen und nachfolgenden Überschwemmungen erhöht hatten. Diese Entwicklungen wurden von Experten schon länger beobachtet.
Die Hilfsanfragen und Bergungsmaßnahmen fokussieren sich nicht nur auf die betroffenen Gebiete innerhalb Nepals, sondern auch auf die angrenzenden Regionen in China, die ebenfalls von den Auswirkungen des Gletschersturzes betroffen sind.