Panorama
Protestaktion während Gedenkfeier zur Bergbaukatastrophe in Marcinelle
Während der Gedenkfeier für die Bergbaukatastrophe in Marcinelle wandten sich Gewerkschaftsmitglieder von dem italienischen Senatspräsidenten Ignazio La Russa ab, was zu wütenden Reaktionen unter anderem von Premier Meloni führte.

Am Samstag wurde der siebzigste Jahrestag der tödlichen Bergbaukatastrophe in Marcinelle gefeiert. Während der Zeremonie wandten sich viele Anwesende von dem italienischen Senatspräsidenten Ignazio La Russa ab, als er das Wort ergriff. Dieses Protestsignal kam von Mitgliedern wallonischer Gewerkschaften, die ihre Unzufriedenheit über die Anwesenheit von extremen Rechten Politikern zum Ausdruck bringen wollten.
Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni, die ebenfalls Mitglied der extrem rechten Fratelli d'Italia ist, reagierte verärgert auf die Protestaktion. Sie äußerte ihr Unverständnis darüber, dass die Gedenkfeier von den Gewerkschaftsmitgliedern als Plattform für politischen Aktivismus genutzt wurde, so Berichte von VRT NWS.
Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) bedauerte die Aktion der Gewerkschaftsmitglieder. Er bezeichnete es als "unglücklich", dass die Gedenkfeier politische Momente mit sich brachte. Prévot weist darauf hin, dass solche Aktionen als verletzend empfunden werden können.

Die Polizei von Charleroi schritt ein und beschlagnahmte ein Banner und Flugblätter von antifaschistischen Aktivisten auf dem Gelände von Bois du Cazier, wo die Gedenkfeier stattfand. Die Aktivisten protestierten gegen die Anwesenheit der italienischen Politiker und die Entscheidung, ihnen während der Zeremonien eine Rolle zu geben.
Laut Het Nieuwsblad drehte sich der Protest nicht nur um die Anwesenheit von La Russa, sondern konnte auch als breitere Reaktion auf die extrem rechte politische Agenda gesehen werden. Die Gewerkschaftsmitglieder empfanden das Herbeikommen von La Russa und die politischen Andeutungen als unangemessen während einer Gedenkfeier, die dazu gedacht war, die Opfer zu ehren.
Die Situation hat zu erheblichem Medieninteresse geführt, mit verschiedenen Reaktionen aus der Politik. Während Meloni ihren Unmut äußerte, machten andere politische Vertreter deutlich, dass sie ebenfalls die Inszenierung der Gedenkfeier bedauern.