Panorama
EU-Kommissarin Kos sagt Serbien-Reise wegen Mladic-Beisetzung ab
Aufgrund der geplanten Beisetzung des Kriegsverbrechers Ratko Mladic hat EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos eine Reise nach Serbien abgesagt.

EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos hat ihren für die kommende Woche geplanten Besuch in Serbien abgesagt. Grund für die Absage ist die geplante feierliche Beisetzung des bosnisch-serbischen Kriegsverbrechers Ratko Mladic, der vor wenigen Tagen verstorben ist.
Kos äußerte Bedenken bezüglich der Überführung und Gedenkfeier für Mladic, die sie als Verherrlichung eines verurteilten Kriegsverbrechers ansieht. Ihre Ablehnung ist Teil einer breiteren Sorge über die Werte, die die EU gegenüber dem Westbalkan vertritt. Sie betonte, dass die Werte der EU „nicht verhandelbar“ sind.
Die Ehrung Mladics hat bereits zu Spannungen zwischen der Europäischen Union und dem Westbalkanstaat Serbien geführt. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić wies die Kritik von Kos als „dumm“ zurück und verteidigte die geplante Beisetzung. Er bezeichnete die Vorwürfe der Verherrlichung als unbegründet.

Die EU hat in der Vergangenheit immer wieder betont, dass ein respektvoller Umgang mit den Ereignissen der Vergangenheit und deren Akteuren wichtig für die Annäherung Serbiens an die EU ist. Kos' Entscheidung, die Reise abzusagen, verdeutlicht die fortdauernden Spannungen zwischen den beiden Seiten in diesem Kontext.
Die Situation wirft Fragen auf, wie die EU und Serbien in Zukunft miteinander umgehen werden, insbesondere in Hinblick auf die bevorstehenden EU-Beitrittsverhandlungen.