Inland
Leichnam von Kriegsverbrecher Mladic in Serbien mit militärischen Ehren empfangen
Ratko Mladic, verurteilter Kriegsverbrecher, wurde in Serbien mit militärischen Ehren beigesetzt.

Der Leichnam von Ratko Mladic, dem ehemaligen bosnisch-serbischen General, wurde am Donnerstag in Serbien überführt. Mladic, der für zahlreiche Kriegsverbrechen und den Genozid während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 verurteilt worden war, starb vergangene Woche während seiner Haftstrafe. Die Rückführung seines Körpers erfolgte aus Den Haag, wo er im Gefängnis untergebracht war.
Bei der Ankunft des Sarges in Belgrad wurde dieser mit militärischen Ehren empfangen. Der Sarg, mit der serbischen Flagge bedeckt, wurde von sechs Soldaten vom Flugzeug getragen. Vor Ort waren unter anderem Mladics Sohn Darko und der serbische Justizminister Nenad Vujic anwesend.
Nach seiner Ankunft wurde der Leichnam mit einem Polizeigleit durch die Stadt transportiert und soll Berichten zufolge in ein militärisches Krankenhaus in Belgrad gebracht worden sein. Diese Zeremonie betont die besondere Bedeutung, die Mladic für seine Unterstützer hat, trotz seines verurteilten Status als Kriegsverbrecher.

Mladic wurde 2017 von einem UN-Gericht zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und erhielt diese Strafe für seine Rolle in den massiven Menschenrechtsverletzungen während des Konflikts, inklusive des Massakers von Srebrenica. Sein Name ist untrennbar mit den Gräueltaten des Krieges verbunden, die viele in der internationalen Gemeinschaft zum Schock brachten.
Die Rückkehr seines Leichnams und die damit verbundenen militärischen Ehren haben in Serbien Diskussionen ausgelöst. Unterstützer der serbischen Nationalbewegung befürworten die Ausrichtung der Zeremonie, während Kritiker die Rückführung als verherrlichend betrachten.
Die Ereignisse um Mladic und die Anerkennung seiner Person werfen Fragen zur politischen Stimmung in Serbien auf, insbesondere in Bezug auf die Erinnerung an den Bürgerkrieg und die derzeitigen nationalistischen Strömungen im Land.